15. Juni 2026

By Daniel Perret

Alpinklettern · Engelberg · Melchtal

Nünalphorn über den Sunnigberggrat

Der Sunnigberggrat führt über den langen Nordostgrat auf das 2’385 Meter hohe Nünalphorn. Die Tour verbindet wegloses Bergsteigen mit leichter, teilweise ausgesetzter Kletterei.

Der Grat beginnt beim Bocki-Rotisand und führt über mehrere Aufschwünge und Grattürme zum Gipfel. Die Kletterstellen liegen meist im zweiten und dritten Schwierigkeitsgrad. Bohrhaken sind nur wenige vorhanden. Die Route muss deshalb grösstenteils selbst abgesichert werden.

Gipfel
2’385 m
Schwierigkeit
III bis III+
Zeitbedarf
ca. 7–10 Stunden
Saison
Juni – Oktober
Aufstieg
ca. 1’000 hm
Abstieg
ca. 1’000–1’400 hm
Gratbeginn
Bocki-Rotisand, 2’204 m
Gebiet
Engelberg–Melchtal

Die Höhenmeter hängen vom Ausgangspunkt und der gewählten Abstiegsvariante ab. Für den Zustieg zur Haltenhütte kann ein E-Bike verwendet werden.

Über den Nordostgrat

Routenbeschreibung

01

Engelberg – Haltenhütte

Von Engelberg führt der Zustieg über Örtigen, Arniloch und die Alpstrasse zur Haltenhütte. Dieser Abschnitt kann gut mit dem E-Bike zurückgelegt werden.

Wer zu Fuss geht, muss für die gesamte Tour entsprechend mehr Zeit und Höhenmeter einrechnen.

02

Haltenhütte – Bocki-Rotisand

Von der Haltenhütte geht es über Stafelplanggen und Ochsenmatt hinauf zum Bockigrat. Der letzte Teil führt über Gras und Geröll zum Übergang Bocki-Rotisand auf 2’204 Metern.

Hier beginnt der eigentliche Sunnigberggrat.

03

Die ersten Grattürme

Vom Bocki-Rotisand folgt man dem Grat gegen Südwesten. Bereits am Anfang wechseln einfache Kletterstellen mit Gehpassagen in steilem Gras und Schrofengelände.

Einzelne Türme werden direkt überklettert. Andere Abschnitte können auf der Südseite umgangen oder abgeklettert werden.

04

Über den Sunnigberggrat

Der Grat wird nun schmaler und teilweise ausgesetzt. Die Kletterei bewegt sich meist im zweiten Grad. Einzelne Stellen erreichen den dritten Grad oder III+.

Die Route ist nicht durchgehend markiert. An mehreren Stellen muss selbst entschieden werden, ob ein Aufschwung direkt überklettert oder seitlich umgangen wird.

05

Schlussaufstieg zum Nünalphorn

Nach dem langen Mittelteil folgt der letzte grössere Aufschwung. Über gestuften Fels und eine kurze Verschneidung erreicht man den Gipfelbereich des Nünalphorns.

Kurz vor dem höchsten Punkt befindet sich das Routenbuch. Wenig später steht man beim Gipfelkreuz auf 2’385 Metern.

06

Abstieg über den Juchlipass

Vom Gipfel steigt man auf der Normalroute gegen Süden zum Juchlipass ab. Von dort führt der Weg über Steinboden zurück in Richtung Haltenhütte.

Je nach Organisation ist auch ein Abstieg auf die Melchtaler Seite oder Richtung Rugisbalm möglich. Diese Varianten benötigen eine passende Transportplanung.

Übersichtskarte der Klettertour über den Sunnigberggrat auf das Nünalphorn
Übersicht der Route von der Haltenhütte über den Bocki-Rotisand und den Sunnigberggrat auf das Nünalphorn. Zum Vergrössern auf die Karte klicken.

Der Grat im Detail

Topo Sunnigberggrat

Das Topo zeigt die wichtigsten Aufschwünge, Umgehungen und Kletterstellen. Die genaue Linienwahl muss dem Gelände angepasst werden.

Topo der Kletterroute über den Sunnigberggrat auf das Nünalphorn
Topo des Sunnigberggrats mit den wichtigsten Kletterstellen. Zum Vergrössern auf das Bild klicken.

Langer Grat über zwei Tälern

Charakter der Tour

Der Sunnigberggrat ist eine lange alpine Grattour. Die Kletterstellen sind einzeln nicht besonders schwierig. Länge, Wegfindung und die teilweise ausgesetzten Passagen machen die Tour trotzdem anspruchsvoll.

Der Fels ist stellenweise gut und griffig. Dazwischen gibt es Gras, Schrofen und lockere Steine. Besonders nach Regen braucht das Gelände Zeit zum Abtrocknen.

Vom Grat reicht der Blick auf das Engelbergertal, das Melchtal, den Titlis, die Spannörter und die umliegenden Voralpengipfel. Auf dieser Route sind meist nur wenige Seilschaften unterwegs.

Das solltest du können

Anforderungen

Der Sunnigberggrat eignet sich für Berggänger mit guter Trittsicherheit und etwas Klettererfahrung.

  • Gute Kondition für eine lange Tagestour
  • Sicheres Gehen in weglosem Gelände
  • Trittsicherheit auf Gras, Geröll und Schrofen
  • Schwindelfreiheit auf einem teilweise ausgesetzten Grat
  • Kletterstellen bis zum dritten Schwierigkeitsgrad
  • Sicheres Abklettern im zweiten Schwierigkeitsgrad
  • Erfahrung mit Seil und mobilen Sicherungsmitteln

Für den Sunnigberggrat

Ausrüstung

  • Helm und Klettergurt
  • Kletterseil
  • Sicherungs- und Abseilgerät
  • Schraubkarabiner und Bandschlingen
  • Klemmkeile und Friends für die mobile Absicherung
  • Feste Berg- oder Zustiegsschuhe
  • Genügend Essen und Getränke für einen langen Tag
  • Passende Kleidung für Wind und Wetterwechsel

Gut zu wissen

Fragen zum Sunnigberggrat

Wie schwierig ist der Sunnigberggrat?

Die meisten Kletterstellen liegen im zweiten und dritten Schwierigkeitsgrad. Einzelne Stellen erreichen III+. Zusätzlich gibt es ausgesetztes Gehgelände, steiles Gras und einfache Kletterstellen, die abgeklettert werden müssen.

Ist die Route mit Bohrhaken abgesichert?

Nur teilweise. Es gibt einzelne Bohrhaken und Sicherungsmöglichkeiten. Ein grosser Teil der Route muss mit Schlingen, Klemmkeilen und Friends selbst abgesichert werden.

Eignet sich die Tour für Kletteranfänger?

Als geführte Tour kann der Sunnigberggrat für trittsichere Bergwanderer oder erfahrene Klettersteiggeher ein Einstieg ins Alpinklettern sein. Für eine selbständige Begehung braucht es Erfahrung mit Seil, Sicherungstechnik und alpiner Wegfindung.

Kann man den Zustieg mit dem E-Bike machen?

Ja. Die Alpstrasse von Engelberg zur Haltenhütte kann mit einem E-Bike befahren werden. Dadurch wird der lange Zustieg deutlich kürzer. Das Bike wird bei der Haltenhütte deponiert.

Wie erfolgt der Abstieg?

Der übliche Abstieg führt vom Nünalphorn über die Normalroute zum Juchlipass und weiter über Steinboden zurück zur Haltenhütte. Weitere Abstiege Richtung Melchtal oder Rugisbalm sind möglich, benötigen aber eine passende Transportplanung.

Wann sind die besten Verhältnisse?

Der Grat sollte schneefrei und trocken sein. Meist sind die Verhältnisse zwischen Juni und Oktober passend. Nach Regen können Gras und Fels längere Zeit feucht bleiben.

Alpine Grattour ab Engelberg

Sunnigberggrat mit Bergführer

Auf einer geführten Tour übernimmt der Bergführer die Wegfindung und die Absicherung der Kletterstellen. Vor dem Start prüfen wir Wetter, Verhältnisse und die passende Abstiegsvariante.

CHF 700.– pro Tag und Bergführer · exkl. Spesen

Weitere Grattouren

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Klettertour Nünalphorn «Sunnigberggrat»

Der Sunnigberggrat am Nünalphorn gehört zu den stillen und wenig bekannten Alpinklettertouren rund um Engelberg. Die abwechslungsreiche Gratkletterei führt durch eine wilde Berglandschaft zwischen Scheidegsstock, Rotsandnollen und Nünalphorn und bietet grossartige Ausblicke auf die Alpen und das Engelbergertal.

Im Gegensatz zu vielen bekannten Kletterrouten der Region trifft man hier oft nur wenige andere Seilschaften an. Gerade diese Einsamkeit macht den besonderen Reiz der Tour aus. Der Grat verläuft über abwechslungsreiche Felspassagen, luftige Gratzacken und kurze Grasabschnitte bis zum Gipfel des Nünalphorns.

Die Kletterei bewegt sich meist im dritten Schwierigkeitsgrad und eignet sich ideal für erfahrene Bergwanderer und Klettersteiggeher, die den Einstieg ins klassische Alpinklettern suchen. Da nur wenige Bohrhaken vorhanden sind, sollte der Umgang mit mobilen Sicherungsmitteln beherrscht werden.

Der Zustieg erfolgt bequem mit den E-Bike zur Haltenhütte. Bereits der Anmarsch durch die hochalpine Landschaft macht diese Tour zu einem besonderen Erlebnis.

Tourendaten

  • Schwierigkeit: III+
  • Tourentyp: Alpinklettern
  • Zeitbedarf: 7–10 Stunden
  • Saison: Juni bis Oktober
  • Aufstieg: ca. 1000 Höhenmeter
  • Abstieg: ca. 1400 Höhenmeter
  • Tiefster Punkt: 2204 m ü. M.
  • Höchster Punkt: 2285 m ü. M.
  • Exposition: Nordost
  • Absicherung: kaum Bohrhaken, mobile Sicherungsmittel erforderlich

Karte & Topo

Charakter der Tour

Der Sunnigberggrat verbindet leichte Kletterei mit eindrücklicher Landschaft. Die Route folgt einer logischen Gratlinie und bietet immer wieder fantastische Tiefblicke ins Engelbergertal sowie auf die umliegenden Gipfel von Brunni und Melchtal.

Wer Freude an langen alpinen Unternehmungen hat und gerne abseits der bekannten Klassiker unterwegs ist, findet hier eine ausgesprochen lohnende Tour.

Besonders reizvoll ist die Kombination aus alpiner Kletterei, Einsamkeit und der grossartigen Aussicht auf Titlis, Spannort, Gross Walenstock und die Gipfel der Urner Alpen.

Geologie am Sunnigberggrat

Der Grat besteht überwiegend aus Kalkgestein, das vor Millionen von Jahren am Boden eines tropischen Meeres entstand. Während der Alpenbildung wurden diese Schichten gefaltet und angehoben.

Entlang des Grates lassen sich zahlreiche geologische Strukturen erkennen, welche die Entstehung der Alpen eindrücklich sichtbar machen. Die markanten Kalkgipfel rund um Engelberg gehören zu den spannendsten geologischen Formationen der Zentralschweiz.

Weitere Grattouren

Zu den bekanntesten Touren der Region gehören:

  • Gross Walenstock Nordgrat
  • Lauchernstock Ostgrat «Messer»
  • Lauchern Rigidalstock Überschreitung
  • Rigidalstock Überschreitung
  • Wissberg
  • Spannort Überschreitung

Gemeinsam bilden sie eines der vielseitigsten Alpinklettergebiete der Zentralschweiz.

Mit Bergführer unterwegs

Der Sunnigberggrat eignet sich hervorragend für den Einstieg ins Alpinklettern..

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