Wie wird man Bergführer?
Bergführer werden bedeutet weit mehr, als eine Ausbildung zu absolvieren. Der Weg beginnt mit vielen Jahren eigener Erfahrung in Fels, Eis und Schnee. Hier zeige ich, wie die Bergführerausbildung in der Schweiz aufgebaut ist und wie sich der Weg in anderen europäischen Ländern unterscheidet.
Bergführer werden – ein internationaler Beruf
Die Ausbildung wird in jedem Mitgliedsland anders organisiert.
Aufnahmeprüfungen, Ausbildungsdauer, Aspirantenzeit und Abschluss unterscheiden sich teilweise deutlich. Trotzdem gibt es einen gemeinsamen internationalen Berufsstandard.
Wer die anerkannte Ausbildung abschliesst, soll Gäste in Fels, Eis, Schnee und auf Ski professionell führen können. Dazu gehören nicht nur technische Fähigkeiten, sondern vor allem Tourenplanung, Risikomanagement, Entscheidungen und Verantwortung.
Bergführer werden in der Schweiz
Wer in der Schweiz Bergführer werden will, muss bereits vor Ausbildungsbeginn ein erfahrener und selbstständiger Alpinist sein.
Die Ausbildung baut auf diesem Eigenkönnen auf. Im Zentrum stehen anschliessend das professionelle Führen, Entscheiden und die Verantwortung für Gäste im alpinen Gelände.
Erst Alpinist.
Dann Bergführer.
Die Bergführerausbildung ist keine Bergsteigerschule.
Wer Bergführer werden möchte, bringt die technischen Grundlagen bereits mit. Während der Ausbildung geht es darum, dieses Können professionell einzusetzen und Verantwortung für andere zu übernehmen.
Eigenkönnen ist die Voraussetzung. Die eigentliche Arbeit beginnt dort, wo Verantwortung für andere Menschen dazukommt.
Bergführer werden:
Sieben Länder im Vergleich
Wer Bergführer werden will, durchläuft je nach Land einen anderen Ausbildungsweg. Gemeinsam sind das hohe alpine Eigenkönnen, eine professionelle Ausbildung und praktische Führungserfahrung.
Schweiz
Schweizer Bergführerverband · SBV
Deutschland
Verband Deutscher Berg- und Skiführer · VDBS
Österreich
Verband der Österreichischen Berg- und Skiführer
Frankreich
ENSA · Chamonix / SNGM
Italien
Guide Alpine Italiane
Schweden
Svenska Bergsguideorganisationen · SBO
Norwegen
NORTIND · Norske TindevegledereAnderer Weg.
Ähnliches Ziel.
Es gibt nicht den einen europäischen Weg zum Bergführer.
Frankreich setzt stark auf die ENSA in Chamonix, Österreich auf eine staatlich organisierte Ausbildung. Italien arbeitet mit den Stufen Aspirante und Guida Alpina, während die skandinavischen Verbände eigene Ausbildungsstrukturen aufgebaut haben.
Gemeinsam ist allen Wegen: Wer Bergführer werden will, muss bereits vor der Ausbildung über viel alpine Erfahrung verfügen. Die Ausbildung macht aus einem guten Alpinisten einen professionellen Führer.
Bergführer ist nicht Bergwanderführer
Beide Berufe führen Menschen in den Bergen. Der Tätigkeitsbereich ist jedoch nicht derselbe.
Bergführer
Fels, Alpinklettern, Gletscher, Hochtouren, Skitouren und technisches alpines Gelände.
Mountain Leader
Professionelles Bergwandern und Trekking im Sommer und Winter ausserhalb des technischen Tätigkeitsbereichs eines Bergführers.
Bergführer werden: häufige Fragen
Die wichtigsten Fragen zu Voraussetzungen, Ausbildung, Aspirantenzeit und internationaler Anerkennung.
Wie kann man Bergführer werden?
Der Weg beginnt mit umfangreicher eigener Erfahrung als Alpinist. Danach folgen Aufnahmeverfahren, professionelle Ausbildung, praktische Führungserfahrung und die jeweiligen Abschlussprüfungen.
Wie lange dauert die Bergführerausbildung?
Das unterscheidet sich je nach Land und Ausbildungsmodell. Der eigentliche Ausbildungsweg dauert mehrere Jahre. Die dafür notwendige alpine Erfahrung wird bereits vorher gesammelt.
Was muss man vorher bereits können?
Sicheres und selbstständiges Unterwegssein im Fels, auf Hochtouren, auf Gletschern und auf Ski gehört zu den Grundlagen. Die genauen Aufnahmebedingungen unterscheiden sich je nach Land.
Braucht man eine Tourenliste?
In verschiedenen Ausbildungssystemen wird die alpine Erfahrung über Tourenlisten oder vergleichbare Nachweise dokumentiert. Die Anforderungen unterscheiden sich zwischen den Verbänden.
Was ist ein Bergführer-Aspirant?
Ein Aspirant befindet sich in einer fortgeschrittenen Stufe der Ausbildung und sammelt unter den jeweiligen nationalen Vorgaben praktische Führungserfahrung.
Was bedeutet IVBV, UIAGM und IFMGA?
IVBV, UIAGM und IFMGA sind die deutsche, französische und englische Bezeichnung derselben internationalen Vereinigung der Bergführerverbände.
Ist UIMLA dasselbe wie IVBV?
Nein. UIMLA steht für International Mountain Leaders. Ausbildung und Tätigkeitsbereich unterscheiden sich vom technischen Berufsbild des Bergführers.
Ist die Bergführerausbildung überall gleich?
Nein. Aufnahme, Ausbildungsstruktur, Praxisphasen und Prüfungen werden national organisiert. Genau deshalb unterscheiden sich die Wege in der Schweiz, Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien, Schweden und Norwegen.
Offizielle Informationen
Aufnahmebedingungen und Ausbildungsreglemente können sich ändern. Wer konkret Bergführer werden möchte, findet die aktuellen Anforderungen direkt bei den zuständigen Verbänden und Ausbildungsorganisationen.
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