17. September 2026

By Daniel Perret

Bergwissen

Naturgefahren Engelberg

Naturgefahren Engelberg: Lawinen, Steinschlag, Rutschungen und Erosion prägen das Berggebiet. Schutzwald und technische Verbauungen helfen, Menschen, Wege und Siedlungen vor den Folgen dieser Naturprozesse zu schützen.

01 · Schnee

Lawinen in Engelberg

Schnee ist nicht einfach Schnee. Eine Schneedecke besteht aus verschiedenen Schichten, die sich laufend verändern.

Wind, Neuschnee, Temperatur und die Beschaffenheit der einzelnen Schneeschichten bestimmen mit, wie stabil eine Schneedecke ist. Wird die Belastung grösser als die Festigkeit einer Schwachschicht, kann sich eine Lawine lösen.

Im Berggebiet gehören Lawinen zu den wichtigsten Naturgefahren. Sie können Verkehrswege, Gebäude und ganze Geländekammern betreffen.

01
Schnee Die Schneedecke verändert sich ständig.
02
Gelände Steilheit und Geländeform beeinflussen die Lawinengefahr.
03
Wetter Neuschnee, Wind und Temperatur verändern die Stabilität.
Lawinenwissen in der Praxis Lawinenkurs in Engelberg

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02 · Fels

Steinschlag

Fels ist ständig in Bewegung – auch wenn wir diese Veränderung meistens kaum wahrnehmen.

Wasser dringt in Risse ein. Gefriert es, dehnt es sich aus. Wiederholte Frost- und Tauwechsel können dadurch Gestein lösen. Auch starke Niederschläge, Temperaturwechsel und Verwitterung beeinflussen die Stabilität einer Felswand.

Gelöste Steine können springen, rollen oder abstürzen. Wie weit sie gelangen, hängt von Grösse, Form, Geschwindigkeit und Gelände ab.

Typisch im Gebirge Frost sprengt Fels.

Wasser in Felsspalten kann beim Gefrieren erheblichen Druck entwickeln. Über viele Frost-Tau-Zyklen wird der Fels gelockert.

03 · Boden

Rutschungen & Erosion

Wasser kann einen Hang grundlegend verändern.

Dringt viel Wasser in den Boden ein, steigt dessen Gewicht. Gleichzeitig können sich die Reibung und der Zusammenhalt im Untergrund verändern. Ganze Boden- und Gesteinspakete können dadurch langsam oder plötzlich talwärts rutschen.

Erosion wirkt meist weniger spektakulär. Wasser trägt laufend Boden und Lockermaterial ab. Über längere Zeit entstehen Rinnen, Gräben und neue Geländeformen.

01
Wasser Starker oder lang anhaltender Niederschlag sättigt den Boden.
02
Hang Steile Hänge reagieren empfindlicher auf Veränderungen.
03
Untergrund Geologie und Bodenaufbau bestimmen die Stabilität mit.
04 · Natürlich geschützt

Schutzwald

Ein stabiler Bergwald ist eines der wichtigsten natürlichen Schutzsysteme im Alpenraum.

Bäume und ihre Wurzeln stabilisieren den Boden. Die Vegetation beeinflusst den Wasserhaushalt und vermindert Erosion. Bei Steinschlag können Baumstämme fallende Steine abbremsen oder stoppen.

Auch auf die Schneedecke wirkt der Wald. Baumkronen halten einen Teil des Schnees zurück, während Stämme und unterschiedliche Geländeformen die Schneedecke unterbrechen.

Schutzfunktion Der Wald schützt, solange er stabil bleibt.

Deshalb wird Schutzwald gezielt gepflegt und verjüngt. Unterschiedliche Baumarten und Altersklassen erhöhen seine Stabilität.

05 · Technischer Schutz

Verbauungen

Wo natürlicher Schutz nicht ausreicht, kommen technische Schutzmassnahmen zum Einsatz.

Lawinenverbauungen stabilisieren die Schneedecke bereits im Anrissgebiet. Steinschlagnetze und Dämme können Steine auffangen oder deren Energie reduzieren. Weitere Bauwerke leiten Wasser, Geschiebe oder Murgänge kontrolliert ab.

Welche Massnahme sinnvoll ist, hängt von der jeweiligen Naturgefahr, dem Gelände und den zu schützenden Bereichen ab.

01
Verhindern Gefahren möglichst dort stabilisieren, wo sie entstehen.
02
Bremsen Bewegte Massen abbremsen oder auffangen.
03
Lenken Wasser, Schnee oder Geschiebe in weniger gefährliche Bereiche führen.
06 · Zusammenspiel

Naturgefahren Engelberg: Das Zusammenspiel

Naturgefahren lassen sich nicht abschalten. Entscheidend ist, Gefahren zu erkennen, Raum richtig zu nutzen und dort zu schützen, wo es notwendig ist.

Natur verstehen

Gelände, Geologie, Schnee, Wasser und Wetter bestimmen, welche Prozesse auftreten können.

Raum planen

Gefahrenkarten helfen zu entscheiden, wo gebaut werden kann und wo besondere Schutzmassnahmen nötig sind.

Schützen

Schutzwald, technische Bauwerke, Überwachung und organisatorische Massnahmen ergänzen sich.

Brunni Pfad

Naturgefahren im Brunnigebiet

Wer durch die Berge geht, bewegt sich in einer Landschaft, die sich ständig verändert.

Die Beispiele am Brunni zeigen, wie Lawinen, Steinschlag, Rutschungen und Erosion entstehen – und wie Schutzwald und technische Massnahmen helfen, die Folgen dieser Prozesse zu reduzieren.

Naturgefahren gehören zum Gebirge. Sie vollständig zu verhindern ist weder möglich noch das Ziel. Entscheidend ist, die Prozesse zu verstehen und verantwortungsvoll mit ihnen umzugehen.

Weiterführende Informationen

Mehr zu Naturgefahren

Weiterführende Informationen zu Lawinen, Schutzwald und Naturgefahren in der Schweiz findest du bei den zuständigen Fachstellen.

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