Gross Spannort – Gletscher so stark ausgeapert wie noch nie?
Aktuelle Verhältnisse am Gross Spannort | 16. August 2026

Der Schlossberggletscher zeigt sich Mitte August so blank wie selten. Persönlich habe ich den Gletscher noch nie so stark ausgeapert gesehen. Der Rückgang des Eises ist an verschiedenen Stellen eindrücklich sichtbar.
Vorweg: Die Hochtour auf den Gross Spannort ist nach wie vor sehr gut machbar. Die Verhältnisse sind aktuell gut, auch wenn sich die Tour durch den Gletscherrückgang zunehmend verändert.
Schlossberglücke – der Gletscher liegt immer tiefer
Der Aufstieg zur Schlossberglücke führt problemlos über den steilen Weg durch die «Kieshalde».
Spannender wird es auf der anderen Seite. Der Abstieg von der Lücke auf den Schlossberggletscher wird gefühlt jedes Jahr länger und tiefer. Hier lässt sich besonders gut erkennen, wie stark der Gletscher in den vergangenen Jahren – und auch in diesem Sommer – zurückgegangen ist.
Im steilsten Stück hilft ein Fixseil beim Abstieg.
Tipp: Es lohnt sich, die Schlossberglücke ungefähr auf den Sonnenaufgang zu timen. Ein schöner Moment auf dieser Tour.
Schlossberggletscher komplett ausgeapert
Am 16. August 2026 liegt auf dem Schlossberggletscher praktisch kein Schnee mehr. Wir gehen direkt auf dem blanken Eis.
Die Spalten sind dadurch sehr gut erkennbar. Im oberen Bereich reisst der Gletscher stärker auf, die Spaltenzone lässt sich aktuell aber problemlos mit einem kleinen Zickzack umgehen.
Auffällig ist auch der grosse Schuttkegel auf dem Gletscher. Immer mehr Geröll liegt direkt auf dem Eis und verändert das Bild des Gletschers deutlich.
Ich persönlich habe den Schlossberggletscher noch nie so stark ausgeapert gesehen.
Glatt Firn und Spannortjoch
Der weitere Aufstieg über den Glatt Firn zum Spannortjoch geht aktuell sehr gut.
Auch hier zeigt sich jedoch dasselbe Bild: immer mehr Schutt liegt auf dem Gletscher. Schnee findet man Mitte August kaum mehr.






Kein Spannortseeli mehr
Das temporäre Spannortseeli, das sich zeitweise auf dem Gletscher gebildet hatte, ist aktuell nicht mehr vorhanden. Das Schmelzwasser kann wieder abfliessen.
Auch solche Veränderungen zeigen, wie dynamisch das Gelände rund um den Spannort momentan ist.
Einstieg in die Kletterei wird länger
Besonders deutlich zeigt sich der Gletscherschwund beim Einstieg in die erste Kletterlänge.
Der Übergang vom Gletscher zum Fels ist sehr schotterig und wird mit sinkendem Eisniveau zunehmend länger. Ein Fixseil hilft, die ersten Meter hinaufzukommen.
Danach folgt die bekannte Kletterei Richtung Gipfel.
Im Gipfelfeld selbst liegt aktuell kein Schnee mehr. Der Gipfel kann praktisch vollständig über Fels und Wegspuren erreicht werden.
Westabstieg – viel Schutt auf totem Eis
Der Abstieg über die Westseite ist momentan weniger schön.
Auf dem toten Eis liegt sehr viel loses Geröll. Dadurch ist dieser Abschnitt mühsamer zu begehen als in früheren Jahren und verlangt entsprechend Aufmerksamkeit.
Was der Gletscher freigibt
Fast schon etwas unheimlich ist, was ein derart stark ausgeaperter Gletscher alles zum Vorschein bringt.
Wir haben auf unserer Tour drei alte Eispickel gefunden – dazu einiges an Abfall früherer Bergsteiger.
Gegenstände, die vermutlich während vieler Jahre oder Jahrzehnte im Eis verschwunden waren, kommen durch das Abschmelzen wieder an die Oberfläche.






Spannorthütte – wie immer top
Und etwas bleibt zum Glück unverändert: Ein Besuch bei Andy und seinem Team in der Spannorthütte gehört für mich einfach zum Gross Spannort dazu.
Die Spannorthütte ist 2026 noch bis zum 11. Oktober geöffnet.
Wie immer: super Gastfreundschaft, gutes Essen und ein perfekter Ausgangspunkt für die Tour.
Aktuelle Verhältnisse Gross Spannort – kurz zusammengefasst
✓ Tour aktuell sehr gut machbar
✓ Zustieg Schlossberglücke problemlos
✓ Schlossberggletscher komplett ausgeapert
✓ Spalten gut sichtbar und aktuell gut umgehbar
✓ Kein Spannortseeli mehr vorhanden
✓ Aufstieg über Glatt Firn zum Spannortjoch gut
✓ Viel Geröll und Schutt auf den Gletschern
✓ Einstieg in die Kletterei zunehmend länger und schotterig
✓ Fixseil am Einstieg vorhanden
✓ Gipfelfeld schneefrei
✓ Westabstieg wegen Schutt auf dem Eis eher mühsam
Stand: 16. August 2026
Verhältnisse auf Gletschern können sich schnell verändern. Diese Angaben beschreiben die Situation an diesem Tag und ersetzen keine aktuelle Tourenplanung.



