Mehrseillängen · Brunni · Engelberg
Schild Schyegg Klettern. Zwei Halbtagestouren über Engelberg.
Am Schild–Schyegg klettern heisst: kompakte Platten, griffige Schuppen und Wasserrillen in einer südseitigen Felswand zwischen Brunni- und Rugghubelhütte. Vrenis Traum und Vrenissima bieten zwei lohnende Mehrseillängenrouten.
Der Zustieg ab Ristis ist mit ungefähr 45 Minuten überschaubar. Zusammen mit der kurzen Abseilpiste eignen sich die Routen als Halbtagestouren. Wer noch Zeit und Reserven hat, kann beide Linien kombinieren oder den Klettertag an der Bettlerstock-Südwand fortsetzen.
- Schwierigkeit
- 5b–6b+
- Routenlänge
- 4–6 Seillängen
- Zustieg
- ab Ristis ca. 45 Minuten
- Wand
- ca. 100 m
- Einstieg
- ca. 2000 m
- Saison
- März–November · je nach Verhältnissen
- Exposition
- Süd
- Charakter
- Platten · Schuppen · Wasserrillen
Die Saison hängt von Schnee und trockenen Felsverhältnissen ab. Im Gebiet wachsen viele Edelweisse: bitte stehen lassen und beim Zustieg auf die Vegetation achten.
Ab Ristis zum Wandfuss
Zustiegsbeschreibung

Ristis – Richtung Rigidalalp
Ab Ristis führt der Zustieg in Richtung Rigidalalp und weiter ins Gebiet zwischen Brunni- und Rugghubelhütte. Die Karte zeigt den Verlauf bis unter die Felsplatten des Schyegg.
Weglos zum Schild
Der letzte Abschnitt zum Wandfuss ist weglos. Folge der in der Karte eingezeichneten Linie und orientiere dich an der Felswand. Der Einstieg liegt ungefähr auf 2000 Metern; ab Ristis sind rund 45 Minuten einzuplanen.
Die richtige Linie wählen
Am Wandfuss liegen die Einstiegsvarianten nahe beieinander. Vergleiche die Position mit dem Topo, bevor du einsteigst. Der direkte Einstieg von Vrenissima ist mit 6a bewertet; der leichtere Einstieg von Vrenis Traum mit 4a.
Einstiege, Varianten und Rückweg
Topo Schild–Schyegg
Das Topo zeigt Vrenis Traum, Vrenissima, Einstiegsvarianten sowie die Abseilpiste und den Fussabstieg. Die rechts gestrichelt eingezeichnete Linie ist als Projekt bezeichnet.

Zwei Linien mit unterschiedlichem Anspruch
Kletterrouten am Schild–Schyegg
Vrenis Traum ist die leichtere Linie. Vrenissima fordert mit 6b obligatorisch deutlich mehr Kletterroutine. OBLIG. bezeichnet den Grad, den du zwischen den Sicherungspunkten sicher beherrschen solltest.
Vrenis Traum
- OBLIG.
- 5b
- Absicherung
- Sehr gut · kurze Abstände
- Seil
- 2 × 50 m
- Zusätzlich
- 10 Expressschlingen
Eine schöne Route mit kurzen Seillängen. Platten wechseln sich mit griffigen Schuppen und Wasserrillen ab. Verschiedene Varianten sorgen für Abwechslung. Die leichtere der beiden Linien eignet sich gut, um vorhandene Mehrseillängenkenntnisse zu festigen.
Erstbegehung: R. Amrein und S. Odermatt, 1991. Saniert.
Vrenissima
- OBLIG.
- 6b
- Absicherung
- Gut · etwas längere Abstände
- Seil
- 2 × 50 m
- Zusätzlich
- 10 Expressschlingen
Ähnlicher Kletterstil wie in Vrenis Traum, aber mit mehr Platten und deutlich höheren Schwierigkeiten. Präzises Stehen und sicheres Klettern zwischen den Sicherungspunkten sind wichtig.
Erstbegehung: R. Amrein und S. Odermatt, 1992. Saniert.
Abseilen oder zu Fuss zurück
Abstieg und Abseilpiste
Die Abseilpiste verläuft rechts der Kletterrouten. Im Topo sind drei Abseiletappen mit jeweils 40 Metern markiert. Zwei 50-Meter-Seile gehören deshalb zur angegebenen Ausrüstung.
Zusätzlich ist links der Wand ein Fussabstieg eingezeichnet. Beurteile dessen Begehbarkeit vor Ort und anhand der Verhältnisse. Nach dem Abstieg führt der Zustiegsweg zurück nach Ristis.
Vorhandene MSL-Kenntnisse festigen
Anforderungen
- Sicheres Klettern im obligatorischen Grad der gewählten Route
- Grundkenntnisse im Mehrseillängenklettern und Standplatzorganisation
- Zuverlässiges Sichern sowie selbständiges Abseilen
- Trittsicherheit im weglosen Zustieg
- Orientierung mit Karte und Topo
Die gute Absicherung von Vrenis Traum unterstützt das Üben, ersetzt aber keine sichere Seiltechnik. Für erste selbständige MSL-Touren sollten die Abläufe bereits sitzen. Vrenissima richtet sich an deutlich stärkere Kletterer.
Für Kletterei und Rückweg
Ausrüstung
- Zwei 50-Meter-Seile
- 10 Expressschlingen
- Klettergurt, Kletterhelm und Kletterschuhe
- Sicherungs- und Abseilgerät
- Schraubkarabiner, Bandschlingen und persönliche Selbstsicherung
- Geeignete Zustiegsschuhe
- Topo und Karte offline
- Wetterangepasste Kleidung, Getränke und Verpflegung
Gut zu wissen
Fragen zum Klettern am Schild–Schyegg
Welche Route eignet sich zum Festigen der ersten MSL-Kenntnisse?
Vrenis Traum bietet kurze Seillängen und eine sehr gute Absicherung mit kurzen Abständen. Voraussetzung sind sicheres Klettern im Grad 5b sowie die nötigen Kenntnisse im Sichern, Standplatzbau und Abseilen.
Wie unterscheiden sich die beiden Routen?
Vrenis Traum ist mit 5b und 5b obligatorisch bewertet und umfasst sechs Seillängen. Vrenissima bietet vier Seillängen bis 6b+, mit 6b obligatorisch, mehr Plattenkletterei und etwas längeren Sicherungsabständen.
Wie lange dauert der Zustieg?
Ab Ristis sind ungefähr 45 Minuten einzuplanen. Der letzte Abschnitt zum Wandfuss ist weglos.
Kann man beide Routen kombinieren?
Ja, die beiden Linien liegen in derselben Wand und lassen sich gut miteinander verbinden, sofern Kletterniveau, Verhältnisse und Zeitreserven passen.
Wie erfolgt der Abstieg?
Rechts der Routen liegt eine Abseilpiste mit drei im Topo markierten 40-Meter-Etappen. Links der Wand ist ausserdem ein Fussabstieg eingezeichnet.
Welche Kombination empfiehlt Dani?
Vrenis Traum als Halbtagestour und am anderen Halbtag über die Südwand auf den Bettlerstock klettern.
Was muss ich bei den Edelweissen beachten?
Im Gebiet wachsen viele Edelweisse. Sie sind geschützt: nicht pflücken und im Zu- und Abstieg auf die Vegetation achten.
Alpine Mehrseillängen über Engelberg
Schild–Schyegg mit Bergführer
Du möchtest eine Route am Schild–Schyegg klettern, bist aber bei Zustieg, Wegfindung oder Absicherung noch nicht ganz sicher? Gemeinsam wählen wir eine Linie, die zu deinem Kletterniveau und den aktuellen Verhältnissen passt.
Weitere Klettertage rund um Engelberg
Ähnliche Klettertouren
Vier weitere Ideen für alpine Klettertage. Länge, Zustieg und Anforderungen unterscheiden sich vom Schild–Schyegg.







