Alpinklettern · Titlis Nordwand · Engelberg
Titlis Nordrampe «Nordschlampe» – alpine Kletterei über neun Seillängen
Die Route «Nordschlampe» folgt einem markanten Rampensystem in der Titlis-Nordwand. Risse, Platten, Verschneidungen und Wandkletterei wechseln sich auf neun Seillängen ab. Über die Lochvariante bleiben die Schwierigkeiten bei 5c+; der originale Riss ist mit 6c bewertet.
Die Route muss überwiegend selbst abgesichert werden. Bohr- und Schlaghaken ergänzen die mobilen Sicherungen. Der moderate Klettergrad darf deshalb nicht über den alpinen Anspruch hinwegtäuschen: Erfahrung mit Cams und Keilen sowie trockene Verhältnisse sind entscheidend.
- Schwierigkeit
- 5c+ · 5c+ OBLIG.
- Länge
- 9 Seillängen · ca. 350 Höhenmeter
- Zustieg
- ab Parkplatz Fürenalp ca. 1 Stunde
- Absicherung
- Semi-Clean · überwiegend selbst absichern
- Höhenlage
- ca. 1580–1930 m
- Saison
- Juli–September · nach Verhältnissen
- Exposition
- Nord
- Variante
- Originaler Riss · 6c
Die Bewertung 5c+ gilt mit der Lochvariante. Die Route ist bei Nässe rutschig und verlangt auch bei trockenen Bedingungen sichere alpine Abläufe.
Über Hohfad zur Nordrampe
Zustiegsbeschreibung

Parkplatz Fürenalp – Hohfad
Ausgangspunkt ist der Parkplatz bei der Fürenalpbahn. Folge dem in der Karte eingezeichneten Zugang durch den Sulzwald in Richtung Hohfad.
Weglos zum Wandfuss
Oberhalb von Hohfad führt der letzte Abschnitt weglos zum Einstieg. Für den gesamten Zustieg sind ungefähr eine Stunde angegeben. Orientiere dich an der Karte und dem markanten Rampensystem.
Einstieg abgleichen
Der Einstieg liegt auf etwa 1580 Metern bei den Schweizer Koordinaten 676’581 / 183’040 (LV03). Das Topo zeigt zunächst eine 50 Meter lange Seillänge im Grad 4a.
Hauptlinie und zwei Varianten im oberen Teil
Topo Titlis Nordrampe «Nordschlampe»
Das Topo zeigt die neun Seillängen, die Lochvariante mit 5c+ und den originalen Riss mit 6c. Der Hinweis «Stand anpendeln» ist für den Abseilrückweg besonders wichtig.

Klassische Linie entlang der Rampe
Die Kletterroute
Nordschlampe · Titlis Nordrampe
- OBLIG.
- 5c+
- Absicherung
- Alpin · Bohr- und Schlaghaken, ergänzen
- Seile
- 2 × 50 m
- Material
- 1 Satz Cams 0.3–3 · Keile
Typischer Nordwandkalk mit wechselnden Kletterformen. Mobile Sicherungen sind ein wesentlicher Bestandteil der Route; ihr zuverlässiges Legen und Beurteilen verlangt Erfahrung.
Erstbegehung: S. Speck, D. Perret und R. Lönell, Sommer 2018.
Untere Rampe
Auf die erste Länge mit 4a folgen zwei Seillängen mit 5a. Die Linie folgt dem Rampensystem und wechselt dabei die Richtung. Lege die Sicherungen so, dass der Seilverlauf übersichtlich bleibt.
Mittlerer Wandteil
Nach einer Querung im Grad 5b folgen weitere Kletterstellen bis 5b+ und 5c+. Die Kombination aus Rissen, Platten und Verschneidungen sorgt für Abwechslung. Im Topo ist ein versetzter Stand markiert.
Lochvariante oder originaler Riss
In der vorletzten Seillänge stehen zwei Linien zur Wahl: links die Lochvariante mit 5c+ über 50 Meter, rechts der originale Riss mit 6c über 50 Meter. Die letzte Seillänge führt mit 5b über 50 Meter zum Routenende.
Über die eingezeichneten Stände zurück
Abstieg und Abseilen
Das Topo markiert Abseilmöglichkeiten entlang der Route. Für die Tour sind zwei 50-Meter-Seile vorgesehen. Plane den Rückweg anhand der Standplätze und des seitlich verlaufenden Rampensystems.
Ein Stand muss beim Abseilen angependelt werden. Präge dir dessen Lage bereits im Aufstieg ein. Prüfe vor jeder Etappe die Erreichbarkeit des nächsten Standes, die tatsächlich nutzbare Seillänge und den Zustand der Einrichtungen.
Nach dem Erreichen des Wandfusses führt der Rückweg über den Zustiegsbereich und Hohfad zurück zum Parkplatz Fürenalp.
Mehr als der Klettergrad
Anforderungen
- Sicheres Klettern im Grad 5c+ obligatorisch; für den originalen Riss bis 6c
- Routine mit Cams und Keilen sowie der Beurteilung ihrer Placements
- Erfahrung mit alpinen Standplätzen und gemischter Absicherung
- Sichere Seilführung bei Querungen und Richtungswechseln
- Selbständiges Abseilen über mehrere Etappen und Erreichen versetzter Stände
- Trittsicherheit im weglosen Zustieg
- Beurteilung von Felsfeuchtigkeit und Wetterentwicklung
Die Route ist trotz ihrer vergleichsweise moderaten Schwierigkeiten keine Einsteigertour. Sie richtet sich an Seilschaften mit Erfahrung in überwiegend selbst abzusichernden Mehrseillängenrouten.
Für die mobile Absicherung
Ausrüstung
- 2 × 50 m Seil
- 1 Satz Cams in den Grössen 0.3–3
- Keile
- Expressschlingen und verlängerbare Zwischensicherungen passend zum Topo
- Klettergurt, Helm und Kletterschuhe
- Sicherungs- und Abseilgerät mit Ausrüstung zur Abseilsicherung
- Schraubkarabiner, Bandschlingen und persönliche Selbstsicherung
- Geeignete Zustiegsschuhe
- Karte und Topo offline
- Stirnlampe, warme Kleidung, Wetterschutz, Getränke und Verpflegung
Gut zu wissen
Fragen zur Titlis Nordrampe
Wie schwierig ist die Titlis Nordrampe?
Die Route Nordschlampe ist mit 5c+ und 5c+ obligatorisch bewertet, wenn die Lochvariante gewählt wird. Der originale Riss im oberen Teil ist mit 6c bewertet.
Wie lang ist die Tour?
Neun Seillängen überwinden ungefähr 350 Höhenmeter. Zustieg und Abseilrückweg kommen zusätzlich dazu.
Ist die Route mit Bohrhaken abgesichert?
Es gibt eine Mischung aus Bohr- und Schlaghaken, die Absicherung muss aber überwiegend selbst ergänzt werden. Vorgesehen sind ein Satz Cams 0.3–3 und Keile.
Wie lange dauert der Zustieg?
Ab Parkplatz Fürenalp sind ungefähr eine Stunde angegeben. Der letzte Teil führt weglos von Hohfad zum Einstieg auf etwa 1580 Metern.
Was ist der Unterschied zwischen Lochvariante und Riss?
Beide Varianten liegen in der vorletzten Seillänge und sind im Topo mit 50 Metern angegeben. Die Lochvariante ist 5c+, der originale Riss 6c.
Wie komme ich zurück?
Durch Abseilen über die im Topo markierten Stände. Ein versetzter Stand muss angependelt werden. Danach führt der Zustiegsbereich zurück nach Hohfad und zum Parkplatz.
Kann man nach Regen klettern?
Die Route sollte trocken sein. Bei Nässe ist der Kalk rutschig. Auch nach mehreren niederschlagsfreien Tagen müssen die tatsächlichen Bedingungen beurteilt werden.
Alpine Mehrseillängen über Engelberg
Titlis Nordrampe mit Bergführer
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